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Nachbericht zum Fachvortrag Weibliche Genitalverstümmelung

Nachbericht zum Fachvortrag „Weibliche Genitalverstümmelung“

Im Mehrgenerationenhaus der AWO fand kürzlich ein Vortrag zu weiblicher Genitalverstümmelung statt. Die gut besuchte Veranstaltung wurde organisiert von der Migrationsberatung und der Abteilung Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt.

Die Referentin Juliane von Krause von „Terre des Femmes“ berichtete eindrucksvoll über die verschiedenen Formen der weiblichen Genitalverstümmelung, über die weltweite Verbreitung sowie die schwerwiegenden Folgen. Betroffene Frauen und Mädchen leiden ihr Leben lang unter den Folgen der Verstümmelung. Die Auswirkungen reichen von körperlichen Einschränkungen, über posttraumatische Belastungsstörungen bis hin zum Tod durch Verbluten oder Infektionen.

„Terre des Femmes“ setzt sich durch aktive Aufklärungsarbeit weltweit gegen die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung ein. Am meisten verbreitet sei die Praxis in Ägypten, Sudan, Mali, Somalia, Indonesien und Äthiopien. Die Referentin warnte jedoch vor einem Pauschalverdacht bei Frauen aus diesen Ländern. Entgegen der allgemeinen Auffassung ist die weibliche Genitalverstümmelung keine islamische Praxis, sondern komme auch in christlich geprägten Ländern, meist innerhalb einer bestimmten Ethnie vor.

Auch hier in Deutschland lebende Mädchen können gefährdet sein verstümmelt zu werden, insbesondere bei Urlaubs-Aufenthalten im Herkunftsland. Frauen aus den betroffenen Ländern müssten aufgeklärt werden, denn ihre Töchter gehörten zum gefährdeten Personenkreis auch in Deutschland. Juliane von Krause plädiert dafür, dass Beraterinnen, pädagogisches Personal und ehrenamtliche HelferInnen bei entsprechendem Verdacht den Kontakt zu den Eltern suchen. Dabei sei sensibles Vorgehen gefragt. Da das Thema als absolutes Tabu gilt, sei es umso wichtiger zum Schutz der Kinder Aufklärung zu betreiben.