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Sprachförderung und Integration als Ziel

In den Kitas der Arbeiterwohlfahrt in Stadt und Landkreis wurden und werden 2018 viele Kinder von Flüchtlingsfamilien betreut.

Auch 2018 konnten durch die Förderung des Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration in Bayern einige schöne und in der täglichen Arbeit mit Flüchtlingskindern und ihren Familien hilfreiche Dinge finanziert werden.

So wurden für den Hortbereich einige Tabletts angeschafft, die die Kinder mit entsprechenden Programmen in Ihrer Sprachentwicklung fördern. Für die Kleinen in Krippe und Kindergarten wurden Püppchen und Spielmaterial angeschafft, das bei der Sprachentwicklung und Identifikation helfen soll. Ebenfalls durch die Projektförderung des Staatsministeriums war es möglich, eine Boulderwand und neue Geräte zum Toben zu besorgen, um den Kindern einen Ausgleich zu bieten zu den oftmals engen Unterkünften, die dem Bewegungsbedürfnis der Kinder nicht gerecht werden.

Durch die zusätzliche Förderung wurde versucht, einen Weg zu bereiten für die Integration dieser Familien in den deutschen Alltag. Der AWO Kreisverband Rosenheim e.V. und seine Mitarbeiter sind erfreut, dass über diese Förderung höchstwahrscheinlich auch für das Jahr 2019 wieder zusätzliche Mittel vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellt werden. So können weiterhin Projekte zur Sprachförderung und Integration der Familien und Kinder realisiert werden können.

Nachbericht zum Fachvortrag „Weibliche Genitalverstümmelung“

Im Mehrgenerationenhaus der AWO fand kürzlich ein Vortrag zu weiblicher Genitalverstümmelung statt. Die gut besuchte Veranstaltung wurde organisiert von der Migrationsberatung und der Abteilung Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt.

Die Referentin Juliane von Krause von „Terre des Femmes“ berichtete eindrucksvoll über die verschiedenen Formen der weiblichen Genitalverstümmelung, über die weltweite Verbreitung sowie die schwerwiegenden Folgen. Betroffene Frauen und Mädchen leiden ihr Leben lang unter den Folgen der Verstümmelung. Die Auswirkungen reichen von körperlichen Einschränkungen, über posttraumatische Belastungsstörungen bis hin zum Tod durch Verbluten oder Infektionen.

„Terre des Femmes“ setzt sich durch aktive Aufklärungsarbeit weltweit gegen die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung ein. Am meisten verbreitet sei die Praxis in Ägypten, Sudan, Mali, Somalia, Indonesien und Äthiopien. Die Referentin warnte jedoch vor einem Pauschalverdacht bei Frauen aus diesen Ländern. Entgegen der allgemeinen Auffassung ist die weibliche Genitalverstümmelung keine islamische Praxis, sondern komme auch in christlich geprägten Ländern, meist innerhalb einer bestimmten Ethnie vor.

Auch hier in Deutschland lebende Mädchen können gefährdet sein verstümmelt zu werden, insbesondere bei Urlaubs-Aufenthalten im Herkunftsland. Frauen aus den betroffenen Ländern müssten aufgeklärt werden, denn ihre Töchter gehörten zum gefährdeten Personenkreis auch in Deutschland. Juliane von Krause plädiert dafür, dass Beraterinnen, pädagogisches Personal und ehrenamtliche HelferInnen bei entsprechendem Verdacht den Kontakt zu den Eltern suchen. Dabei sei sensibles Vorgehen gefragt. Da das Thema als absolutes Tabu gilt, sei es umso wichtiger zum Schutz der Kinder Aufklärung zu betreiben.

Eine Ära geht zu Ende

Nun ist es amtlich. Fast seit dem Startschuss des Mehrgenerationenhauses 2007, unter der Trägerschaft des AWO Kreisverbandes Rosenheim e.V., war Klaus Schindler (re) das prägende Gesicht des Projektes. Nach über 10 Jahren des Aufbaus unterschiedlichster, ehrenamtlich geführter Angebote für die vielfältigen Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger Rosenheims, geht nun eine Ära zu Ende. Klaus Schindler bleibt weiterhin beim AWO Kreisverband und ist nun als Bereichsleiter Soziale Dienste in leitender Position tätig.

Er gibt die Verantwortung, sein Wissen und umfangreiche Netzwerkkontakte an seine beiden Nachfolgerinnen im Bundesprogram Mehrgenerationenhäuser, Katharina Gaiduk (mitte) und Franziska Stremming (li), weiter (siehe Bild mit symbolischer Übergabe eines kleinen Mehrgenerationenhauses). Die sehr gut genutzten Angebote wie die Tafelrunde und die Schülerpaten können, mit ihren vielen engagierten Freiwilligen aus Stadt und Landkreis, nahtlos von den beiden Sozialpädagoginnen übernommen. Neu dazu kommen in nächster Zeit zwei weitere Schwerpunkte. Frau Stremming wird Informations- und Schulungsangebote für ältere Menschen zum Umgang mit digitalen Medien konzipieren und anbieten, welche durch das bayrische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert werden. Frau Gaiduk kümmert sich im Ramen der Alphadekade (2016 – 2026) um Sensibilisierung und Vernetzung in der Stadt zum wichtigen Thema Funktionaler Analphabetismus, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren. Frauen und Jugend. Wenn Sie Interesse haben etwas über das Mehrgenerationenhaus und die aktuellen Angebote zu erfahren oder sich, auch gerne mit eigenen Ideen, engagieren wollen, melden Sie sich einfach unter 08031/941373-21.

 

 

Übergabe eines symbolischen Mehrgenerationenhauses von Klaus Schindler (re)
an seine beiden Nachfolgerinnen Katharina Gaiduk (mitte) und Franziska Stremming (li)

Essensangebot im Mehrgenerationenhaus vorübergehend nur noch mittwochs

Die Ausgabe eines frisch zubereiteten Mittagessens im Mehrgenerationenhaus (MGH), genannt „Tafelrunde“, existiert nun schon seit fast elf Jahren. Das Angebot hat sich zu einem festen Termin im Leben vieler Besucher entwickelt. Die vielen Stammgäste wissen es zu schätzen für den geringen Beitrag von 1,50 € oder 3,50 € – je nach Einkommen – ein komplettes Menü und die Möglichkeit der ungezwungenen Gesellschaft zu erhalten. Manche, insbesondere ältere Menschen, finden hier beim gemeinsamen Mittagessen Kontakte, die ihnen in ihrem alltäglichen Leben fehlen. Andere haben nie gelernt zu kochen und sind so dankbar, sich im Mehrgenerationenhaus ein vollwertiges Essen leisten zu können, wiederum andere kommen einfach, weil es gut schmeckt.

Für das leibliche Wohl sorgen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Mehrgenerationenhauses und des Vereins „Wir Alle e.V.“, die sich als „Tafelritter“ um die Gäste kümmern. Doch leider ist der Kreis an Helfern aus verschiedenen Gründen stark zusammengeschrumpft. Dadurch muss die bislang zweimal wöchentliche Speisenausgabe auf einmal pro Woche reduziert werden. Deshalb sucht das Mehrgenerationenhaus nun nach Menschen, die sich im Team der „Tafelritter“ engagieren wollen. Zur Aufgabe gehört die Zubereitung und Ausgabe des Mittagessens. Das Spülen übernimmt eine Gastro-Spülmaschine, so dass sich die abschließenden Aufräumarbeiten in Grenzen halten. Die Einsätze an Montagen und Mittwochen gehen von etwa 9.00 bis 13.00 Uhr. Wie oft geholfen wird ist flexibel handhabbar, von einmal pro Woche bis hin zu monatlicher Hilfe ist alles denkbar.

Fragen zur Tafelrunde beantwortet Projektleiter Klaus Schindler gerne unter 08031/941373-21.

Die „Tafelritter“ Angie Lippert und Ferdinand Walesch hoffen auf Unterstützung.